Heute habe ich den ganzen Tag damit verbracht zu
schlafen, zu essen und, weil ich nicht gross eine andere Wahl hatte, mich
wieder zehn Kapitel durchs Buch zu schlängeln, welches ich eigentlich gerne vor
Ferienende fertig lesen würde.
David ist jetzt kein Kellner mehr, sondern er ist
ein berühmter Schriftsteller geworden und mit dem Geld, welches er durch „sein
Buch“ verdient, ist er mit Marie in eine Zweizimmerwohnung gezogen. In einem
der zehn Kapitel lernen wir auch eine neue Person kennen. Jakob Stocker, ein
70-jähriger Mann, welcher sich als der echte Autor von Lila, Lila entpuppt. Er
möchte an seinem Werk ebenso teilhaben wie David, also „erpresst“ er ihn.
Dieser hat natürlich nicht wirklich eine andere Wahl als darauf einzugehen, denn
alles, was ihm wichtig ist, steht auf dem Spiel. Er würde gehasst werden für
das, wofür man ihn vorher geliebt hatte, und vor allem würde er Marie
verlieren. Die Marie, welche er auch nur durch dieses Buch bekommen hatte. Er
würde das verlieren, was er auch durch diese Lüge gewonnen hatte. Doch wie viel
ist dies so eigentlich wirklich wert? Die Leute, die denken, dass sie ihn
lieben, lieben überhaupt nicht ihn. Sie lieben ihn für das Werk eines anderen,
etwas was er nicht ist, auch Marie. Ich könnte nicht mit so einer Lüge leben.
Ab diesem Moment als der Mann behauptete, er sei
Alfred Duster, hatte ich wahrscheinlich etwa das gleich unangenehme Gefühl im
Bauch wie David. Es kam sehr unerwartet, obwohl mir ziemlich klar war, dass
irgendwann einer kommen würde, der mehr weiss als die anderen. Trotzdem bin ich
erschrocken, als ich den Namen des echten Autors las. Ich finde Martin Sutter
hat dafür genau den richtigen Moment erwischt. Mir gefällt es auch, dass man
diesen Mann wenige Kapitel vorher schon kennenlernen durfte. Es nahm aber dem
ganzen vielleicht auch etwas die Spannung. Es hätte mich interessiert, wie der
Mann der, eigentlich Jakob Stocker heisst oder wie ihn alle nennen Jacky,
darauf reagierte, als er merkte, dass eine andere Person seinen Roman
veröffentlichte.
Es wird sehr oft angedeutet, dass Marie sich
nicht so richtig vorzustellen kann, dass David wirklich in der Lage ist, ein
solches Buch zu schreiben. Sie findet es schwierig zu glauben, dass diese Dinge
in ihm vorgehen, die in einem Mann vorgehen müssten, um ein solches Buch
schreiben zu können. Sie erklärt es sich selber damit, dass er versucht sich
absichtlich vom Buch zu distanzieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der
Inhalt des Buches und David eher in einem Gegensatz zueinander stehen, denn
David wirkt eher unerfahren und kindlich. Die Geschichte im Buch
lässt auf einen erfahrenen Menschen als Autor schliessen.
Liebe Romina
AntwortenLöschenIch konnte aus deinen Vorüberlegungen herauslesen, dass du keine passionierte Leserin bist. Jetzt hast du Lila, Lila zu lesen begonnen. Kannst du dem Lesen nun mehr abgewinnen oder bist du wie erwartet eher gelangweilt?
Was denkst du übrigens über David? Findest du, dass er die Anerkennung, die er von Fans des Buches und sogar berühmten Kritikern bekommt, gerecht oder nicht?
Ich muss sagen, dass sich das Buch meiner Meinung nach sehr klischeehaft entwickelt. Wie ich höre bist du aber in diesem Punkt meiner Meinung.
Hingegen beim Thema Schreibstil bin ich nicht deiner Meinung. In einem älteren Post schreibst du darüber, wie angenehm es aufgrund des Schreibstils von Martin Suter wäre, das Buch zu lesen. Ich stimme dir zu, dass dieser sehr einfach gehalten ist, doch genau das stört mich daran. Die Geschichte baut keine Spannung auf, wenn alles in der Umgangssprache geschrieben ist. Liest du also lieber solche "einfachere" Texte und wenn ja, wieso?
Nun wünsche ich dir noch einen schönen Abend und hoffe, dass du mit deinem Blog weiterhin gut vorankommst. :)
Ich hatte nie erwartet gelangweilt zu sein, sondern einfach zu faul das Buch zu lesen. Ich befürchtete, dass es mich nicht richtig packen würde und ich deshalb auch keine Motivation dazu hätte es weiter zu lesen. Das mich das Lesen langweilen könnte habe ich nie behauptet.
LöschenWie befürchtet hat mich das Buch nicht so richtig gepackt. Es gibt viele Stellen, an denen ich nicht einverstanden bin mit den Gedanken oder Handlungen der Charakteren im Buch. Ich hätte zum Beispiel die Lüge schon längst aufgedeckt, denn wie bei meinem Vorwort erwähnt, könnt ich mir nicht vorstellen mit jemanden zusammen zu sein, der mich für etwas liebt was ich nicht bin. Ich weiss zu gut, dass es nicht schön enden kann mit einer so grossen Lüge. Je länger man wartet, desto schlimmer wird es. Ich denke, wenn er es ihr ganz am Anfang gesagt hätte bevor sie es eingeschickt hat, hätte später sogar auch eine richtige, ehrliche Beziehung daraus entstehen können. Ich mag dieses unehrliche und oberflächliche, was auch von der Marie her kommt, überhaupt nicht. Für mich hat in diesem Buch nie einer richtig geliebt und deshalb finde ich es auch absurd, das er Jacky lieber töten würde als Marie zu verlieren. Es ist irgendwie alles so unecht und unnötig kompliziert.
Ich denke das David diese Anerkennung nicht verdient hat. Aber durch diese leidet er viel mehr als wenn er sie nicht hätte. Je nach dem würde er diese „kleine“ Lüge sogar auch einfach erfolgreich verdrängen können. Ich bewundere David, dass er solange durchhält ohne zusammen zu brechen. Ich halte es schon nicht aus mit einer kleinen, belanglosen Lüge ohne fast zu sterben, aufgrund des schlechten Gewissens. Ich hoffe durch dieses Leiden, welche durch die Anerkennung verstärkt wird, lernt er etwas und macht diesen Fehler in seinem Leben kein zweites Mal.
Ich weiss nicht was ich lieber für Texte lese, aber ich denke interessanter wäre es wenn es nicht so Umgangssprachlich geschrieben wäre. Doch da ich nicht sehr oft lese finde ich es einfacher und dadurch auch angenehmer solche Texte zu lesen. Ich komme schneller voran und verstehe gut um was es geht.