Erleichtert schaue ich aus dem Fenster und sehe
die unendlich vielen dicken Schneeflocken, welche langsam tänzelnd den Boden
erreichen. Bis und mit Kapitel zwanzig habe ich schon gelesen. Das Feuer im
Ofen und die Tasse Tee, welche noch halb voll auf dem Tischen nebenan steht,
verleiht dem Ganzen die gewisse gemütliche Stimmung, von der man träumt, wenn
man im Sommer an die kalten Wintertage denkt. Die Vorstellung, wie man
eingekuschelt in eine Wolldecke vor dem wärmenden Ofen hockt, mit einem Buch
und einer Tasse Tee in der Hand.
Inzwischen hat David das Skript aus der
Kommode, die er aus unerklärlichen Gründen sich gekauft hat, unter seinem
Namen Marie zum Lesen gegeben. Und wie könnte es auch anders sein? Sie ist
begeistert, schickt es heimlich an einen Verlag und schlussendlich wird es auch
veröffentlicht. David ist jetzt auf Lesereise. Er und Marie sind ein
glücklich verliebtes Paar.
Leider bin ich auch von den weiteren Kapiteln
nicht sonderlich begeistert. Ich finde es zwar überhaupt nicht anstrengend
oder mühsam zu lesen, denn es ist wirklich sehr schön geschrieben, aber die
Geschichte als solches überzeugt mich immer noch nicht so ganz. Ich finde
es schön, dass David Recht hatte, Marie zu seiner dritten Kategorie zu zählen
und sie jetzt zusammen gekommen sind. Doch irgendwie finde ich es etwas zu
einfach. Ich glaube nicht, dass Marie sich in David verliebt hat. Ich
denke, sie hat sich in den Autor des Buches verliebt und in die Vorstellung,
dass David so etwas Schönes aufs Papier bringen kann, denn so ist er
ein ganz anderer Mensch.
Ich habe das Gefühl, dass ich sehr viel gelesen
habe, trotzdem habe ich irgendwie wenige Anknüpfungspunkte, worüber ich
schreiben soll. Denn beim Lesen hat mich nichts gross zum Lachen
oder zum Nachdenken gebracht.
Der Ausdruck "erinnern an etwas
Unvergessliches" , welcher David auf seiner Reise ins Gäste Buch
von Frau Bügler schrieb, gefällt mir sehr gut.
Was gefällt dir denn an Davids Gästebuch-Eintrag so gut? Warum hat er das wohl geschrieben? Steckt tatsächlich was dahinter? Schreibt er das nicht aus reiner Verlegenheit? ;)
AntwortenLöschenMir gefällt die Überlegung, sich an etwas zu erinnern, was unvergesslich ist. Denn wenn es unvergesslich ist, muss man sich nie erneut wieder daran erinnern, weil es ja wie gesagt, nie vergessen worden ist. Mir gefällt dieses Wortspiel. Ich glaube er hat das einfach so geschrieben, weil er nichts besseres wusste und ohne sich gross Gedanken dazu zumachen oder wie Sie schreiben, aus reiner Verlegenheit.
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